
Veränderung im Pflege- und Betreuungsberuf, die darauf abzielt, Gewalt zu reduzieren, ist eine zunehmende dringende Notwendigkeit. Gewalt kann viele Formen annehmen – physische, verbale oder psychische – und betrifft sowohl Pflegekräfte als auch Klienten, Bewohner und Patienten (KBP). Um dieser Herausforderung zu begegnen, sind tiefgreifende Veränderungen in den Strukturen, der Ausbildung und der Kultur des Pflegeberufs erforderlich.
Ein zentraler Aspekt dieser Veränderung ist die Schaffung eines Arbeitsumfeldes, das Respekt, Wertschätzung und Kommunikation in den Vordergrund stellt. Pflegekräfte, die gut unterstützt und wertgeschätzt werden, sind weniger gestresst und dadurch weniger anfällig für Konflikte. Durch die Einführung regelmässiger Schulungen zu Deeskalationorientiertes Arbeiten, Aufarbeitung theoretisches Wissen und interne Strukturen, dienen der Stressbewältigung und Pflegekräfte werden besser auf schwierige Situationen vorbereitet sein.

Auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen spielt eine entscheidende Rolle. Überlastung, Personalmangel und Zeitdruck sind oft Auslöser für Frustration und Spannungen, die in Gewalt münden können. Durch eine bessere Personalausstattung, angepasste Arbeitszeiten und eine angemessene Vergütung können Pflegekräfte entlastet werden, was zu einem harmonischeren Arbeitsklima führt.
Schliesslich ist es wichtig, eine Kultur der Offenheit und Unterstützung zu fördern. Pflege- und Betreuungskräfte müssen ermutigt werden, über Gewalterfahrungen zu sprechen, ohne Angst vor Stigmatisierung oder Repressalien zu haben. Ein System, das Vorfälle konsequent untersucht und Massnahmen ergreift, schafft Vertrauen und trägt zur Prävention bei.
Die Veränderung muss zudem die KBP-perspektive berücksichtigen. Wenn sie sich respektiert und verstanden fühlen, sinkt das Risiko von aggressivem Verhalten. Eine stärkere Fokussierung auf eine personenzentrierte Pflege, bei der die Bedürfnisse und Wünsche der Mensch ernst genommen werden, kann das Vertrauensverhältnis stärken und Gewalt vorbeugen.
Die Reduzierung von Gewalt im Pflegeberuf erfordert also eine umfassende Veränderung auf allen Ebenen. Diese Veränderung ist nicht nur möglich, sondern notwendig, um eine sichere und würdige Pflege für alle Beteiligten zu gewährleisten. Sie stärkt die Pflegekräfte, schützt die Patienten und trägt insgesamt zu einem gesünderen und sichereren Gesundheitssystem bei.